Allgemein:
  » Neurologische Krankheitsbilder
» Relative Kontraindikation
» Absolute Kontraindikation

 




Indikation


Neurologische Krankheitsbilder:

kindliche Fehlbildungen / Schädigungen des ZNS oder PNS

  • ICP (pränatal / perinatal / postnatal)
  • Spinale Dysraphien (spina bifida occulta / meningocele / meningomyelocele)
  • Mikro- oder Makrocephalus

Cerebrale oder spinale Schädigung, ischämisch, haemorrhagisch, hypoxisch

  • Para-, Tetra- oder Hemiparese (erst im rehabilitativen Stadium)

Cerebrale oder spinale raumfordernde Prozesse

  • Tumorerkrankungen des Gehirns (Vorsicht symptomatische Epilepsie!)
  • Tumorerkrankungen des Rückenmarks - Querschnitt (Vorsicht, postoperative Instabilität!)
    Erst im rehabilitativen Stadium!

Cerebrale oder spinale entzündliche Erkrankungen

  • Enzephalitis
  • Meningitis
  • MS / Encephalomyelitis disseminata (nicht im akuten Schub!)
  • Querschnitt (erst im rehabilitativen Stadium!)

Degenerative Erkrankungen des ZNS (cerebral o spinal)

  • Morbus Parkinson

Traumatisch bedingte Störungen des ZNS (cerebral o spinal)

  • Querschnitt (Vorsicht häufig Polytrauma!)
  • SHT (Vorsicht häufig Polytrauma und erst im rehabilitativen Stadium!)

Genetische Syndrome

  • Down Syndrom (cave HWS und Herz)
  • Adrenoleukodystrophie
  • Autosomal dominante cerebelläre Ataxie
  • Chorea Huntington (nicht massiv)
  • Friedrich Ataxie (cave Herzbeteiligung)
  • Agelman Syndrom
  • Prader Willi Syndrom

Sekundäre motorische Retardierungen bei Kindern

  • Nach onkologischen Erkrankungen
  • Nach Herzvitien (nur wenn behoben)
  • Nach längeren schweren Erkrankungen

Toxisch bedingte Störungen des ZNS

Erkrankungen des ZNS unklarer Genese

  • Extrapyramidale Bewegungsstörungen (Torticollis spasmodicus, Torsionsdystonien)


Neurologische Erkrankungen des PNS, welche eher seltener als Indikation zur Hippotherapie in Betracht kommen und deren mögliche Zielsetzung in der Hippotherapie genau geprüft werden müssen:

Entzündlich, toxisch, degenerativ oder erblich bedingte Erkrankungen des PNS oder der Muskulatur:

  • Guillain Barre Syndrom
  • Neurogene Muskelatrophie
  • Neurofibromatose
  • Poliomyelitis
  • Muskeldystrophien

Orthopädische Krankheitsbilder:

  • Leichte Segmentinstabilitäten mit Osteochondrose
  • Haltungsschwächen
  • Leichte idiopatische Skoliosen (< als 25° und innerhalb des Lotes)
  • Abgeheilter Mb. Scheuermann
  • Missbildungen der Gliedmassen

Neurologische Bewegungsstörungen unterschiedlicher Ätiologie werden in der Hippotherapie behandelt.

Folgende Symptome stehen dabei im Vordergrund:

Hypertone Symptome:

  • Spatik / spastische hemi-, Di-, Tetraparese.
  • Rigor / Rigidität
  • Dystonie / fokal, generalisiert

Hypotone Symptome Hyperkinesen:

  • Tremor / Ruhe-, Halte-, Intentionstremor
  • Chorea (Veitstanz)
  • Athetosen
  • Ballismus, Hemiballismus, Nonoballisums
  • Tics
  • Dyskinesien

In isolierter Form kann auf diese Bewegungsstörungen häufig nicht befriedigend Einfluss genommen werden.

Hypokinesen:

  • Bradykinese
  • Akinese
  • Akinetisch rigide Syndrome

Ataxien

Mischformen



Relative Kontraindikation:

  • Hüftluxation (Luxationsgrad muss abgeklärt werden)
  • Metallimplantate
  • Bandscheiben OP (älter als 1 Jahr)
  • WS-Versteifungen degenerativer Art (abhängig von der Lokalisation)
  • Skoliose Cobb Winkel > 25° (zur Progredienz neigend, außerhalb des Lotes)
  • Alte, konsolidierte Wirbelkörperfrakturen
  • Morbus Bechterew (abhängig vom Grad der Versteifung und der Schmerzen)
  • Osteoporose (zu beachten bei MS : Cortison und Inaktivität abhängig vom Ausmaß und Alter der Patienten)
  • Blutgerinnungshemmende Medikamente
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Spondylolisthesis (etwa bis grad I nach Meyerding u U. noch möglich)
  • Epilepsie (genaue Abklärung)
  • Diabetes mellitus (Alter, Ausprägung und Umfang berücksichtigen)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzinsuffizienz (cave Ausprägung)
  • Herzinfarkt (cave Ausmaß, aber nicht vor 1 Jahr post Infarkt)
  • Ausgeprägte Sensibilität und Trophikstörungen
  • Lebensalter (möglich etwa ab 4 Jahren , abhängig von Körpergröße und Entwicklungsstand bis etwa 65-70 Jahren)
  • Übergewicht (abhängig vom Therapiepferd und Sicherheit)
  • Schwerwiegende Verhaltensstörungen (stark lautierend und aggressive Pat.)
  • Myositis ossificans neuropathica
  • Blasenkatheter
  • Fixierte Fehlhaltung
  • Akute Schmerzzustände
  • Endoprothesen (besonders der Hüft- und Kniegelenke)

 

Absolute Kontraindikation:

  • Akut entzündliche Prozesse (MS im Schub, florider Mb. Scheuermann, usw….)
  • Akuter Bandscheibenvorfall, (BS Vorfall vor weniger als 1 Jahr)
  • Radikuläre Symptomatik, Conus-Cauda-Syndrom
  • Unüberwindbare Adduktorenspastik
  • Hüftarthrodese
  • Mb. Forestier
  • Tumoren der WS
  • Allergien (Tierhaar, Staub)
  • Unüberwindbare Angst
  • Akuter Rheumatismus
  • Akute Thrombosen und Thrombophlebitiden
  • Hypertonie mit Neigung zu Blutdruckkrisen
  • Akute internistische Erkrankungen
  • Angina pectoris / ausgeprägte Arteriosklerose
  • Spondylodesen
  • Metallimplantate in der WS, im Becken oder im Oberschenkel (Operateur fragen)
  • Dekubiti und offene Wunden
  • Wirbelgleiten (Spondylolisthese ab Grad II nach Meyerding)
  • Frische Frakturen oder frische Operationen

Generell müssen Sekundärerkrankungen berücksichtigt werden ! Außerdem müssen häufig auftretende krankheitsspezifische Begleiterkrankungen und Komplikationen in jedem Fall bedacht werden!


Quelle : Deutsches Kuratorium für therapeutisches Reiten!




 
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